Brüten im Freien

... geht gar nicht!

Ich erzähle euch mal meine Geschichte dazu...

 

Vor ein paar Wochen grillten wir mit ein paar Freunden im Garten. Spät ging ich zum Stall um die Tiere einzusperren und stellte fest: eine Ente fehlt! Die Schwarze... Schnell suchten acht Leute das Grundstück mit Taschenlampe nach einer (schwarzen) Ente ab. Nichts zu machen, nichts zu hören und nichts zu sehen. Traurig, grübelnd was wohl passiert sein könnte, ging ich ins Bett.

Am nächsten Morgen ließ ich die Tiere raus und füllte Futter in den Trog. - Zack, da stand sie da. Die schwarze Ente. Die Freude war groß, sie war wieder da. Doch mittags standen wir wieder vor dem gleichen Problem - Ente weg. 

Bei Tageslicht war die Suche dann erfolgreicher. In einem Haufen unter abgeschnittenen Zweigen hörte ich leise Geräusche und schob ein paar Äste zur Seite. Da saß sie. Auf einem wunderbar gebauten und gut gefüllten Nest.

Jetzt musste ich mich also entscheiden: 

  • Ente samt Nest umziehen an einen sicheren Ort?
  • Eier weg nehmen, Brut beenden?
  • Weiter draußen brüten lassen?
  • Käfig drum herum bauen?

Nest umziehen?

Ganz schwierig, im Stall ist im Moment viel los. Ein Huhn ist krank, eins brütet eines hat selbst Küken. Sehr viel Trubel. Den wollte die Ente scheinbar nicht. Außerdem könnte es sein, dass sie sich gar nicht mehr auf die Eier setzt. 

Brut beenden?

Eigentlich wollten wir erst nächstes Jahr Laufentenküken brüten / brüten lassen. Aber warum nicht jetzt? Naturbrut ist ja noch besser. Und außerdem würde es mich interessieren welchen Farbschlag die Küken hätten.

weiter draußen brüten lassen?

Geht eigentlich gar nicht. Marder, Füchse, viel zu Gefährlich!!! Aber das Nest ist gut getarnt. Vor Wind und Wetter ist es geschützt. Und die Ente hat es sich so "ausgesucht". Seit Tagen muss sie dort Eier gesammelt haben und an dem Nest gebaut haben.

Marder- und Fuchsangriffe hat es schon lange nicht gegeben, vielleicht sind im Moment wenig Räuber in der Nähe.

Käfig drum herum bauen?

So machen wir es. Die Ente darf auf ihrem Nest bleiben. Wir erhöhen die Sicherheitsvorkehrungen um den Asthaufen herum.

Mit Kaninchendraht und Kabelbindern wird es schon gehen.

Viele Laufenten sind ja sehr schlechte Brüterinnen. Sitzen ein paar Tage recht fleißig auf den Eiern und hören dann einfach auf. Damit habe ich also jeden Tag gerechnet. Aber nein... sie kam zwei mal am Tag aus ihrem Haufen zu fressen und zur Gefiederpflege. Schnatterte kurz mit den anderen Beiden. Alles sah gut aus...

Eine Woche vor Schlupftermin hörte ich Nachts die Ente quaken. Nur kurz. Am nächsten Morgen stand sie vor der Tür. Entgegen meinen Befürchtungen putz munter. Allerdings war ihr Nest total ausgeräubert.

Mein Fazit

Ich dachte ich mache alles so natürlich wie möglich, störe die Ente nicht, überlasse ihr die Brut und die Entscheidung über den Nistplatz. Versuche den Haufen so abzusichern, dass es für die Ente Sicherer wird. Aber es war eine blöde Idee. Würde es nicht noch einmal so machen. Ich habe nur Glück gehabt, dass der Ente nichts passiert ist. 

Außerdem stellte ich fest, dass die Ente ein paar Tage lang sogar unter dem Verlust zu leiden schien. Sie war unruhig und laut. Fraß schlecht und besuchte immer wieder den Asthaufen der ihr Nest lange, aber nicht lang genug, geschützt hatte. 

Nie wieder! Einfach zu Riskant.