Kükenaufzucht



Sind die Küken erst einmal geschlüpft dann geht es richtig rund...

Fast rund um die Uhr ist man an den ersten paar Tagen mit den Küken beschäftigt. Genaues beobachten ob sich alle gesund entwickeln, sich fragen: ist die Wärmequelle richtig eingestellt und immer wieder das Füttern von kleinen Mengen Futter gehören jetzt zum Tagesablauf.

Hier nun einige Tipps und Wissenswertes rund um die Aufzucht...

Frisch geschlüpft...

Nach 21 Tagen schlüpfen Zwerghuhnküken von alleine aus ihren Eiern. Der eigentliche Schlupfvorgang kann bis zu 24 Stunden dauern.

Danach können die frisch geschlüpften Küken noch im Brüter verbleiben bis sie getrocknet sind.

Beim Herausholen aus dem Brüter sollten die Küken kurz genauer angeschaut werden. Wie sehen die Augen aus, wie die Füße? Ist der Flaum gut abgetrocknet? Ist der Nabel gut verheilt? Und dann... ab unter die Wärmeplatte...

Die ersten 24 - Stunden

Am ersten Tag nach dem Schlüpfen sind die Küken unheimlich schlapp. Das "auf die Welt kommen" hat viel Kraft gekostet. Jetzt müssen sie ihre Reserven auftanken.

Die Küken sind jetzt noch über den Dottersack (der sich in die Bauchhöhle zurückgezogen hat) mit Nahrung versorgt. Die Küken fangen allerdings jetzt schon an, an den Füßen ihrer Geschwister das picken zu üben.

An ihrem Schnabel kann man den Eizahn noch erkennen.

Jetzt geht´s richtig los...

Die Küken werden immer fitter. Sie erkunden jetzt ihre Behausung und beginnen am Bodenliegendes aufzupicken. Immer wieder hört man die Kleinen jetzt kräftig piepsen.

Jetzt kann man beginnen den Küken Futter anzubieten. Allerdings nur in kleinen Mengen oder in ein wenig Wasser eingeweicht. Da die Küken noch nicht selbstständig trinken können sollte man darauf achten, dass sie nicht zu viel Futter auf einmal verschlingen.

Ein kleines Tellerchen oder ein Blumentopfuntersetzer sind perfekt als Futterschale in den ersten Tagen.

Um die Küken zum Futter zu locken kannst du die Körnchen auf ein buntes Tellerchen streuen. Das wird ihr Interesse schnell auf sich ziehen...

 

Ab dem dritten Tag beginnen die Küken auch zu trinken. Auch hier gilt der Tipp: bunt ist gut! Durch tippen mit dem Finger ins Wasser könnt ihr den Küken zeigen wo es was zu trinken gibt. Manchmal stupse ich einzelne Küken auch mit dem Schnabel in das Wasserschälchen.

 

Ab nach draußen...

Wann die Küken nach draußen können hängt ganz klar vom Wetter ab. Die Kleinen haben gerade in den ersten Lebenswochen einen großen Wärmebedarf. Darum geht es nur bei warmen Temperaturen nach draußen zum ersten Ausflug.

Wir lassen die Küken ab dem vierten Lebenstag das erste Mal kurz auf die Wiese.

 

Was schmeckt Küken?

Küken sind unheimlich neugierig. Sie beginnen schnell an allem zu picken und zu ziehen was ihnen vor den Schnabel kommt. (Manchmal sind das auch die Füße der Geschwister ;-) ) Ich füttere unsere Küken mehrmals am Tag mit kleinen Portionen. Je älter sie werden umso größer werden die Portionen bis sie irgendwann das gleiche "Fressverhalten" haben wie die Großen.

Zu Anfang ist es wichtig den Kleinen alles in winzige Stückchen zu zerkleinern. Das handelsübliche Kükenkorn zerkleinern wir erstmal noch mit dem Löffel. Während den Mahlzeiten beobachte ich genau ob alle fressen und trinken.

Unsere Küken lieben z.B.:

  • Haferflocken (Blütenzart)
  • gekochte Nudeln (natürlich gut zerkleinert)
  • Äpfel
  • Gurken
  • Kükenkorn
  • Mehlwürmer
  • hartgekochtes Ei mit Brennessel (zerkleinert ;-) )
  • Bananen

Wärme

Küken brauchen viel Wärme. Die Wärmeplatte sollte so eingestellt sein, dass die Küken ruhig darunter liegen. Ist es zu warm liegen die Küken eher am Rand oder wollen gar nicht unter der Platte liegen. Ist es zu kalt sind die Kleinen sehr unruhig und versuchen sich gegenseitig zu wärmen. 

Nach ca. 4 Tagen beginne ich damit die Wärmeplatte jeden zweiten Tag eine Stufe höher (die Beine der Platte) zu stellen. 

Nach ungefähr acht Wochen ist es dann an der Zeit die Wärmeplatte ganz auszuschalten.

Kükenheim

Sind die Küken geschlüpft brauchen sie eine Behausung. Die ersten Wochen wohnen unsere Küken im Haus. Ich habe einen kleinen Abstellraum in dem auch das Brutgerät steht. Dort ist auch Platz für die Küken-Kiste. Als Aufzuchtsbox benutze ich einen großen (!) Karton den ich mit Zeitungspapier auslege. Das klebe ich an manchen Stellen etwas fest damit es nicht verrutscht. Darüber lege ich einen Zuschnitt aus einer weißen Duni Vliestischdecke. Dieser wird 1 - 2 Mal täglich gewechselt.

In der Box steht auch die Wärmeplatte und ein Schälchen mit Wasser. Schnell ist diese Behausung aber zu eng. Dann ziehen die Küken nach draußen in einen alten Kaninchenstall.


Hahn oder Henne?

Irgendwann stellt sich die Frage: Ist das Küken ein Hahn oder eine Henne. Bei meinen biserigen Bruten konnte ich nach ca. fünf bis sechs Wochen einen Unterschied anhand der Stimmen erkennen. Immer wieder fingen die Hähne an ihre Krählaute zu üben. Auch die Form des Kopfes entwickelt sich unterschiedlich. Die Hennen haben einen Federpuschel auf dem Kopf. Die Federn stehen richtig nach buschig  nach oben. Der Hahn bekommt einen Kamm. Der ist aber anderes als bei "normalen" Hühnern weder zackig noch steht er nach oben. Er sieht eher aus wie eine Wulst auf dem Kopf.

Erfahrene Züchter nehmen eine Geschlechterbestimmung anhand eines Blickes auf die Kloake der Eintagsküken vor. Dazu braucht man aber ein wenig Erfahrung damit man eine sichere Prognose treffen kann ohne den Kleinen weh zu tun.

 

Hahn

Hier ist einer meiner jungen Hähne. Hier ist er gerade ca. 7 Wochen alt. Man kann ganz gut den Kamm erkennen. Er beginnt direkt über dem Schnabel und hat eine Falte. Es sieht aus als teilte der Kamm die Haube auf seinem Kopf in zwei Hälfen.

 

 

Henne

Auf dem unteren Bild siehst du eine junge Zwergseidenhenne. Auch sie ist auf dem Foto knapp 7 Wochen alt. Ich denke man kann ganz gut erkennen das sie eine richtig schöne Haube hat. Auch ihre Kehllappen sind weniger stark ausgeprägt wie die des Hahnes.

 

Hier kannst du sehen wie unsere großen Hühnchen wohnen...