Die Laufente

Typisch für die Laufente ist ihr aufrechter Gang und ihr flaschenähnlicher Körper. Aufgrund ihrer Proportionen ist die Laufente fast völlig Flugunfähig. (Unsere schwarze Laufente überflattert Hindernisse allerdings regelmäßig ;-) )

Laufenten gibt es in den Farbschlägen:

  • weiß
  • schwarz
  • blau
  • braun
  • erbsgelb
  • wildfarbig
  • forellenfarbig
  • rehfarbig

Ein Erpel wird bis zu 2kg schwer. Eine Ente wiegt so um die 1,3kg.

Laufenten sind wetterhart. Auch im Winter machen ihnen niedrige Temperaturen wenig aus. Während wir über Regenwetter schimpfen fühlen sich die Enten dann so richtig wohl.


Verhalten

Wer Laufenten hält wird schnell feststellen, dass die Tiere nicht nur als "Schneckenpolizei" eine gute Figur machen. Wer sie einige Zeit beobachtet wird auch von ihrem Wesen begeistert sein.

Gemeinsam ist alles besser

Laufenten sind Rudeltiere. ;-) Aber Spaß beiseite. Egal ob Futtersuche, Gefiederpflege oder Sonnenbad... Laufenten genießen am liebsten alles gemeinsam. Den ganzen Tag sind sie gemeinsam unterwegs durch den Garten. Eine Einzelhaltung ist daher absolut nicht artgerecht. Nur selten geht eine Ente allein auf Tour. Kommt das doch einmal vor wird sie lautstark gerufen. 

Nur während der Brut ziehen sich die Enten zurück und brauchen viel Ruhe.

Wenn Laufenten erzählen

Wenn Laufenten aufgeregt sind hört man das. Sie schnattern aufgeregt durcheinander. Ist eine Ente auf Abwegen wird sie mit einem gleichbleibenden "Quaaak,quaak" gerufen. Auch kurz vor dem Liebesakt hört man ein besonderes Gequake.  

An ihren Lauten kann man die Geschlechter ganz gut unterscheiden. Der Erpel macht ein langgezogenes, ruhiges "quaaak". Die Damen sind wesentlich aufgeregter machen eher "quwääk,quwääk,quwääk". 

Am liebsten höre ich aber wenn die Entchen zufrieden sind. Dann hört man einen leisen, fast piepsenden Ton. Man hört das Geräusch auch wenn die Laufentenküken zusammengenuschelt unter der Wärmeplatte liegen. (Wer diesen Ton kennt den ich meine und ihn besser beschreiben kann darf sich gerne melden;-) )

Irgendwie witzig

Laufenten machen den Garten lebendig. Fast überall müssen sie ihren Schnabel rein stecken. Sie sind an Gartenarbeiten interessiert und sie zu beobachten bringt ihre Halter sicher das ein oder andere Mal zum schmunzeln. Wenn sie manchmal vor unüberwindbaren Hindernissen, wie zum Beispiel einer umgefallenen Gießkanne, stehen und aufgeregt quakend beratschlagend wie man dieses Hindernis überwinden kann. 

Ich liebe es wenn sie wie die Orgelpfeifen vor unserer Tür stehen, ungeduldig von einem auf das andere Bein tänzeln und auf Leckeren warten.


Frühjahr - Paarungszeit

... und alle drehen durch. Bei uns zumindest. Der Erpel wird "zickig" und greift alles an was seinen Mädels zu nahe kommt. Die Mädels buhlen um seine Gunst und teilen uns lautstark mit wenn sie kurz von ihm alleine gelassen wurden. 

Wenn die ersten Sonnenstrahlen im Februar wärmer werden geht es los und die ersten Paarungsversuche sind zu beobachten. Bis in den Oktober dauert dieses Verhalten an. Laufenten können sich grundsätzlich das ganze Jahr über paaren (und manche tun das auch...) allerdings benötigen die Enten im Winter ihre Energie eher zu Wärmegewinnung und der Trieb nimmt deutlich ab.

 

Laufi-Liebe

Der Paarungsakt wird bei den Enten treten genannt. "Der Erpel tritt seine Ente". Das findet meist im Wasser statt.Es sieht nicht besonders zärtlich aus und ich habe auch schon gehört, dass weibliche Tiere bei der ganzen Sache ertrunken sind. Meist schwimmen die beiden Kandidaten um einander herum. Das Gequake verändert sich und beide strecken ihre Hälse hoch und ziehen sie wieder ein. Das geht dann eine kurze Zeit so. Dann springt der Erpel der Ente auf den Rücken und hält sich dabei mit dem Schnabel an ihren Nackenfedern fest.

Tritt der Erpel seine Damen sehr häufig kannst du das an ihren fehlenden oder gerupften Nackenfedern erkennen. 

Frühjahrsmüdigkeit ? - von wegen!

Kommt der Frühling und beginnt die Natur zu erwachen beginnen auch die Enten ihre Wintermüdigkeit abzulegen. Endlich sind die Tage länger, die Wiesen grüner und es gibt zwischen Steinen und Holz viele kleine Tierchen. 

Wie gejagt sind die Enten nun den ganzen Tag dabei jeden Zentimeter des Gartens zu untersuchen. Leider ist es auf der anderen Seite des Zauns oft viel besser und so hauen meine Drei in dieser Zeit auch schonmal ab.


Gefiederpflege

 

Wenn Laufenten nicht gerade auf der Suche nach Futter sind oder ein Nickerchen halten, dann kümmern sie sich um ihre Körperpflege. Das tun sie äußerst ausgiebig und gründlich.

Sind Enten nicht gesund sieht man es schnell am Zustand ihres Gefieders.

Nach einem ausgiebigen Bad, sieht es fast so aus als würden sie mit ihrem Schnabel jede einzelne Feder wieder an die rechte Stelle zupfen.

Enten wechseln ihr Gefieder übrigens zweimal im Jahr. Diesen Federwechsel nennt man: Mauser.

Die Mauser geht meistens mit einem Farbwechsel einher.

 

Die 1.Mauser erfolgt im Sommer. Nach Abschluss der Hauptlegeperiode. Hier wird das Gefieder fast vollständig ausgetauscht.

Die 2.Mauser findet im Herbst statt. Sie ist aber nicht so umfassend wie die Erste.

Während der Mauser haben die Laufenten einen erhöhten Energiebedarf. Weil ihnen Teile ihres Federkleides fehlen geht einfach mehr Körperwärme verloren.

Den erhöhten Energiebedarf gleichen sie über die Menge des Futters das sie fressen aus.

Während dieser Zeit sehen die Enten teilweise etwas gerupft aus. Es besteht aber kein Grund zur Sorge.


Enteneier...

Laufenten haben eine Legeleistung von ungefähr 50 - 150 Eiern im Jahr. Abhängig vom Gesundheitszustand der Enten und den Witterungsverhältnissen. Die Legeperiode beginnt ungefähr im März und dauert bis in den Herbst hinein an. Manche Enten beginnen mit dem Legen noch in dem Jahr in dem sie geschlüpft sind, andere erst im Jahr darauf.

Da kommt schnell die Frage auf: Wohin mit den ganzen Eiern?

Genau wie Hühnereier sind Laufenteneier für den Einsatz in der Küche geeignet.

Geschmacklich unterscheiden sie sich kaum von den etwas kleineren Hühnereiern. Ihre Schale ist etwas dicker und Enteneier haben einen größeren Dotteranteil. Angeblich sind Enteneier anfälliger für Salmonellenbefall und sind darum etwas in Verruf geraten. Im Handel angebotene Eier müssen den Stempel "8Minuten kochen" tragen. Am besten verwendet man sie also hart gekocht oder zum backen. (Bekannte von uns benutzen sie regelmäßig zur Herstellung von Eierlikör.)

Die Eier sammelt man am besten am Morgen. Eier die zum Verzehr gedacht sind sollten im Kühlschrank gelagert werden.

Auch Bruteier sammelt man am Morgen aus dem Stall. Sollen die Eier nicht sofort in das Brutgerät gelegt werden muss man sie noch lagern. Wichtig dafür ist die Richtige Temperatur. Diese sollte nicht zwischen 8 - 15 Grad Celsius liegen und die Eier sollten jeden Tag mindestens einmal gewendet werden. Direkte Sonneneinstrahlung sowie Zugluft sollten vermieden werden. Die Lagerung sollte einen Zeitraum von 14 Tagen nicht unbedigt überschreiten.

Nicht jedes Ei ist ein geeignetes Brutei. Zu große oder zu kleine Eier eignen sich genauso wenig wie Beschädigte.



Handzahm , aber wie?

Geht eigentlich nur mit "was leckerem"

Unsere drei Laufenten sind nicht wie Andere. Sie fressen nicht alles, haben Schiss vor jeder kleinen Veränderung und Handzahm?... davon haben wir nur träumen können. 

Seit einiger Zeit mache ich mit ihnen jeden Tag ein kleines Training. Morgens bevor ich sie füttere gehe ich mit aufgeweichtem Brot oder gekochten Nudeln zu ihnen. Sie haben herausgefunden, dass man Nudeln und Brot doch ganz gut essen kann. So nutze ich diese Leckerei um sie etwas zu bestechen. Jeden Tag habe ich ihnen das Stückchen näher an meine Füße heran geworfen. Dann habe ich mich hingehockt und mittlerweile füttere ich sie aus der Hand. Als nächstes werde ich das Leckerchen noch mit einem Lockruf verbinden. (In der Hoffnung dass sie darauf hören wenn sie wieder mal über den Zaun abgehauen sind.)


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