Kükenaufzucht

Im Normalfall übernimmt die Ente auch die Adufzucht der Küken. Sie kümmert sich darum, dass die Kleinen genug zu fressen bekommen und dass sie lernen zu trinken. Sie sorgt dafür, dass die Küken nicht zu lange ohne die nötige Wärme bleiben und hält die Truppe zusammen. Auch als Vorbild ist sie für ihre Küken wichtig. Sie schauen sich bei ihrer Mutter ab wie man eine richtige Laufente wird. Den Erpel kann man bei der Aufzucht seines Nachwuchses in den meisten Fällen nicht gebrauchen. Im Gegenteil, er kann sogar zur Gefahr für die Kleinen werden. Wir lassen ihn gar nicht an seinen Nachwuchs heran bis dieser alt genug ist. Durch einen Zaun kann er seine Ente sehen und die Ente ihn. Während der Zeit in der die Ente die Küken aufzieht hat unser Erpel auch einen "Einzel-Schlafplatz".

 

Küken aus Kunstbrut fehlt das Umsorgen durch die Mutter. Damit haben sie, ihren natürlich geschlüpften Kameraden gegenüber, einen klaren Nachteil. Um aber auch den Handaufzuchten die besten Startmöglichkeiten zu geben hier ein paar Tipps:

Wärme

Alle Küken brauchen es die ersten Lebenswochen schön warm. Die ersten Stunden ihres Lebens verbringen sie noch in der warmen Umgebung des Brüters. Doch auch danach muss dafür gesorgt werden, dass die Kleinen etwas haben um sich darunter zu kuscheln.

Ein Beispiel ist eine Wärmeplatte. Die Küken können ihrem natürlichen Instinkt folgen und sich darunter verstecken. Die Platte ist gleichbleibend warm.

Durch die Einstellung der Höhe kann man die Temperatur beeinflussen. Man sieht schnell ob es den Küken zu warm oder zu kalt ist. Ist ihnen zu kalt drängen sich alle unter der Platte zusammen. Ist ihnen zu warm liegen sie am Rand oder sogar gar nicht mehr darunter.


Schon nach 3 - 4 Tagen verringere ich die Wärme und nach 8 Wochen ist es dann Zeit die Platte auszuschalten. 

Futter und Wasser

Anders als Hühnerküken fangen Enten nicht sofort mit dem Picken an. Manchmal brauchen sie ein wenig Ansporn. Mit dem Finger in die Wasserschale zu tippen macht sie schnell neugierig.

In den ersten 24Std. sind aber auch Entenküken noch über die Reste ihres Dottersacks versorgt und brauchen nicht sofort Futter.

In den ersten Lebenstagen füttern wir unseren Küken:

  • hartgekochtes Ei, klein gehackt mit klein geschnittenenen Brennesseln
  • aufgeweichtes Brötchen mit geraspelten Möhren
  • Kükenkorn

Zu Anfang füttere ich immer wenig dafür öfter. Dabei kann ich gut beobachten ob alle fressen und alle genug bekommen. Übrig gebliebenes Futter räume ich gleich weg damit weniger Verunreinigung entsteht. Entenküken machen mit allem immer eine große Sauerrei.

Auch mit den Gefäßen für Wasser bin ich vorsichtig. Ich wähle lieber flache, kleine Gefäße als Wasserschälchen. Lieber bringe ich ihnen mehrmals am Tag frisches Wasser. Ich habe schon erlebt, dass ein Küken im Wassertopf ertrunken ist. Sind die Küken größer, passe ich auch die Schälchen an.


Schutz

Besonders bei ihren ersten Ausflügen nach draußen brauchen die Küken jemand der ihnen alles zeigt.

Man darf nicht vergessen, dass die Küken aus einer Kunstbrut oft auf den Menschen geprägt sind.

Bei den ersten Ausflügen unserer Küken bin ich immer dabei. Auf der Wiese suche ich mir einen Platz an dem ich bleibe. Von dort aus können die Küken nun die Umgebung erkunden und immer wieder zurückkommen, wenn sie Angst haben. Je mehr Küken es sind desto schwieriger wird das Ganze. Einer ist immer besonders mutig und muss gerettet werden.

Auch das aufgeregte, bis nervige pfeifen der Küken wenn sie ihre Ersatzeltern nicht sehen dient nicht der Provokation sondern ist der ganz natürliche Ruf nach der Mutter. Die Ente würde ihre Küken, im Gegensatz zu uns, nie alleine lassen.

Hier eine ganz ängstliche kleine Stockente...
Hier eine ganz ängstliche kleine Stockente...

Sind die Küken alt genug dürfen sie alleine nach draußen. Allerdings nur im geschützten Pirk.


Die Küken kommen! - Eine Checkliste

Hier habe ich dir einige nützliche Dinge aufgeschrieben welche du bei der Aufzucht von Laufentenküken gut gebrauchen kannst. Das meiste bekommst du im Baumarkt oder in der Genossenschaft. Natürlich bietet auch das Internet geeignete Einkaufsmöglichkeiten.

 

Kükenheim

Wenn die Kleinen erstmal geschlüpft sind brauchen sie einen Ort an dem sie die nächsten Wochen wohnen können. Die ganz jungen Küken (vom Schlupf - zur dritten/vierten Lebenswoche) wohnen bei uns in einer großen Pappkiste die mit Zeitungspapier ausgelegt wird. Einmaltischdecke schneide ich als weitere Unterlage zu. Diese wechsel ich ein bis zwei mal täglich.

Die größeren Küken ziehen dann in einen alten Kaninchenstall. Je nach Witterung im Gartenhaus oder draußen.

"Geschirr"

Auch hier unterscheide ich zwischen jungen und älteren Küken. Zu Anfang benutze ich einfache Blumentopfuntersetzer aus Ton als Trink-und Futtergefäß. Wichtig: keine Plastikuntersetzer, diese kippen die Küken ständig um!

Später habe ich größere Futternäpfe aus Ton aus der Genossenschaft. Der Rand ist etwas höher und sie kippen nicht so schnell um. Durch den erhöhten Rand können die Küken weniger Chaos mit ihrem Futter anstellen.

Wer Entenküken hat braucht viel "Geschirr". Die Kleinen planschen und matschen mit allem was ihnen vor den Schnabel kommt.

 

Hier nur eine kleine Auswahl meiner Töpfchen.

Futter

Alles was du zur Herstellung des Kükenfutter brauchst findest du in deinem Haushalt. Messer, Brettchen, Löffel usw.

Um bestens vorbereitet zu sein solltest du schon einige Tage vor dem Schlupftermin Kükenkorn kaufen. Das gibt es in der Genossenschaft oder im Internet. Ansonsten kannst du auch schon alte Brötchen trocknen und etwas zerbröseln. In einer Tupperdose lassen sich die Krümmel gut aufbewahren. In Wasser aufgeweicht kannst du sie dann den Küken verfüttern.

Wärmequelle

Früher habe ich die Küken mit Wärmflaschen und Snuggle Safe (Wärmekissen) warm gehalten. Das bedeutete allerdings: alle paar Stunden für neue Wärme sorgen - auch Nachts. Unter einem selbstgenähten Kissen aus gut waschbaren Materialien konnten die Küken sich dann verstecken. Auch für die Wärmflasche hatte ich einen Kükentauglichen Bezug genäht. Ging auch...

Jetzt habe ich eine Wärmeplatte für die Küken. Das sieht zwar weniger gemütlich aus, aber ist für alle entspannter! Die Platte wärmt die Küken gleichbleibend und sie können sich darunter verstecken.

Hygiene und Sauberkeit

Küken machen Schmutz! Das steht fest. Wichitg ist den Schmutz auch immer wieder weg zu machen. Auch Futter welches verunreinigt wurde muss immer wieder weg geräumt werden. Unterlagen in der Aufzuchtsbox müssen ausgetauscht werden.

Mitlerweile habe ich einen eigenen Mülleimer für den ganzen Küken-Schmutz. Auch eigene Spüllappen und ganz wichtig, ein sehr oft genutztes Accessoire: eine eigene Spülbürste.

Hier könnt ihr meine Küken-Checkliste herunterladen. Diese benutze ich um kurz vor Ende der Brut um zu schauen ob ich alles habe was ich brauche oder ob ich noch etwas im Gegensatz z.B. zum letzten Jahr ändern möchte. Vielleicht auch eine kleine Hilfe für euch...

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Checkliste Küken.pdf
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