Nachwuchs

Bevor man sich entscheidet seine Tiere brüten zu lassen oder es mit Kunstbrut zu versuchen sollte man sich über einige Dinge klar werden:

 

1.Habe ich genug Platz für Neue Tiere?

Schon während der Brut entsteht eventuell ein erhöhter Platzbedarf da nicht jedes Tier andere Artgenossen in der Nähe ihres Nestes duldet. Eventuel müssen Tiere separiert werden. Solbald die Küken da sind (oder besser kurz bevor sie schlüpfen) muss man sich bei der Laufentenbrut auch Gedanken machen was mit dem Erpel passiert. Die meisten Erpel sind nicht besonders nett zu ihrem Nachwuchs und es kommt sogar zu Todesfällen. Die Ente und ihre Küken brauchen einen sicheren Auslauf mit Zugang zu (nicht zu tiefem) Wasser und dem Nest.

 

2. Was mache ich mit Tieren die ich nicht behalten kann?

Auch wenn man gerne würde: nicht immer können alle Tiere im eigenen Bestand bleiben. Jeder Garten stößt irgendwann an seine Grenzen was die Gefiederten Bewohner angeht. Außerdem wird es schwierig wenn mehrere männliche Tiere in einem Schlupf sind und nachher in einer Gruppe zusammen leben sollen. Die Rangkämpfe werden kommen und sind meist eher unschön. Erpel und Hähne bekommt man oft nicht so gut vermittelt. Habe ich Bekannte die die Tiere übernehmen würden oder verkaufe ich sie über Kleinanzeigenportale z.B. im Internet?

3. Ist der Zeitpunkt im Jahr für eine Brut gut gewählt?

 

Nicht zu jedem Zeitpunkt im Jahr ist es sinnvoll und verantwortungsbewusst die Tiere brüten zu lassen. Vor Anfang April ist es für die Küken oft noch zu kalt. Auch ein Brutbeginn nach Ende Juli ist nicht besonderes gut, da die Küken schlecht in den Winter kommen. Viele Züchter lassen ihre Tiere das ganze Jahr über brüten um immer genügend Jungtiere zu haben. Das geht also prinzipiell schon. Ich rate trotzdem davon ab.

 

4. Sind die Elterntiere für die Zucht geeignet?

Können sie sicherstellen das die Elterntiere nicht verwandt sind? Um Inzucht vorzubeugen sollte man nur darüber nachdenken welche Eier, welcher Elterntiere man zur Nachzucht benutzt. Haben die Tiere eventuell Krankheiten die sie erst auskurieren sollten? Sind die Enten/Hennen und Erpel/Hähne überhaupt alt genug?

 


Eier mit Hilfe eines Brutgeräts auszubrüten ist kein spannender Zeitvertreib und kein tolles Experiment welches man mal so zum Spaß macht!!!

Man sollte sich vorher gut über Brutbedingungen und Anforderungen informieren bevor man damit beginnt. Da die Entstehung von neuem (gesundem) Leben von so vielen Faktoren abängt, begünstigt oder auch nicht begünstigt wird, können auch kleine Fehler, die wir im Umgang mit dem Leben im Ei machen, schlimme Folgen haben.

Das Küken im Ei

Forscher haben herausgefunden, dass man schon nach 18Stündiger Bebrütung unter dem Mikroskop erkennen kann welche Haltung der Embryo im Ei hat. Das ist mit dem normalen Schieren natürlich nicht zu erkennen und auch irgendwie schwer vorzustellen. Am vierten Tag sind die meisten Organe gebildet. Das Herz schlägt noch außerhalb des Körpers bis ungefähr am sechsten Tag die Faltung abgeschlossen ist.

Entwickelt sich der Embryo weiter liegt er mit seiner linken Seite auf dem Dotter.

Nach neun Tagen liegt der Embryo nahe der Luftkammer. Der Kopf liegt jetzt auf der rechten Seite. Das Eiklar wird zur Spitze gedrückt. Am zehnten Tag sieht der Embryo schon wie ein Küken aus. Füße und Flügel sind ausgebildet und auch der Schnabel ist zu erkennen.

Hier siehst du was du beim ersten Durchleuchten am 4. oder 5. Bruttag erkennen kannst.

 

-Tag 4-

In ein bebrütetes Ei herein zu fotografieren ist schwierig.

Darum gibt es hier die gemalte Version.

Bei genauem hinschauen erkennst du schon Adern und

einen dunkleren Kern in der Mitte.

 

-Tag 5-

Die Adern sind jetzt viel deutlicher zu erkennen.

Im Ei sind erste Veränderungen erkennbar. Ganz feine Adern, ausgehend von einem dunkleren Kern, kann man bei genauem Hinsehen erkennen.

Tag 12-17

Die Spitze der Eier wird dunkel. Überhaupt ist es im Ei jetzt sehr dunkel. Vereinzelt sind Adern und Bewegungen zu erkennen. Die Luftkammer wird immer größer.

Tag 18-21

Jetzt wird es richtig spannend. Wer geduldig ist kann durch das Fenster im Brutgerät sehen wie die Eier beginnen sich zu bewegen. Ab dem 19Tag kann man sogar die Kleinen in ihren Schalen piepsen hören.

Wie kommt das Küken aus dem Ei?

Gegen Ende der Brutzeit setzt die Lungenatmung des Kükens ein. Die vorhandene Luft wird schnell ungesund für das Kleine und durch den hohen Kohlendioxidgehalt beginnt die Nackenmuskulatur zu zucken. Irgendwann wird das Zucken stärker und so stößt das Küken mit dem Eizahn gegen die Schale. Die Schale bekommt einen ersten kleinen Riss. Das Küken kann nun frische Luft atmen. Während in der Eischale der erste Riss entsteht, beginnt der Dottersack sich in die Bauchhöhle zurück zu ziehen. Bis es nun weiter geht können fast 24 Std. vergehen. Jetzt beginnt das Küken das Loch immer weiter zu vergrößern. Dabei dreht es sich im Ei herum und bricht die Schale so rundherum auf. Mit einem letzten kräftigen Stoß drückt es nun den "angeritzten Deckel" weg. Mit den Füßen streift es den Unterteil des Eis noch ab. Dann heißt es ersteinmal ausruhen und abtrocknen.

Notfallplan

Es kann vorkommen, dass das Küken die Schale zwar anpickt (also das erste Kleine Loch in die Schale macht) aber dass es dann nicht mehr richtig weitergeht. 

Bleibt ruhig! Vom ersten anpicken bis zum Schlupf können locker 24 Stunden vergehen.

 

Ebenso kann es vorkommen, dass ein Küken zwar mit dem Schlupf begonnen hat aber über lange Zeit nicht vorankommt und scheinbar fest steckt.

Es gibt viele verschiedene Meinungen darüber ob man dem Küken aus dem Ei helfen soll oder nicht.

 

Ich bin der Meinung, dass die Natur schon alles gut geregelt hat. Lebensfähige, kräftige Küken sind mit allem ausgestattet um aus der Schale heraus zu kommen.

Trotzdem, bringe ich es nicht übers Herz das kleine, piepsende Wesen einfach seinem Schicksal zu überlassen. Ich muss zugeben, dass ich mit dem Helfen auch schon nicht so gute Erfahrungen gemacht habe. In der Hoffnung, dass es nicht wieder nötig sein wird, würde ich jetzt länger warten und der Natur Zeit geben ehe ich die Schale öffne um das Küken heraus zu holen.

Wie er in solchen Situationen handelt muss jeder für sich selbst entscheiden und später auch vertreten. (Je nachdem wie die Sache ausgeht...)

 

Habt ihr nun einem Küken aus dem Ei geholfen und es ist noch mit Haut verklebt dann macht dem Kleinen ein Bad. Schüssel, warmes Wasser, Tücher und nun heißt es vorsichtig einweichen.

Es ist wichtig, dass alle verklebten Eihäute entfernt werden damit das Küken beim Wachstum keine Probleme bekommt.

Danach muss das Küken unbedingt gut getrocknet und schnell warmgehalten werden da es sich sonst erkältet.

 

Für kleine Patienten habe ich mir eine Transportbox und ein Wärmekissen angeschafft. Die Kleinen die einen schwierigen Start ins Leben hatten bewache ich besonders. Sollte der Weg zum Tierarzt nötig werden ist dieses Equipment ebenfalls praktisch.

Der Snuggle Safe wird in der Mikrowelle erhitz und hält die Kleinen dann bis zu drei Stunden gut warm.