Kunstbrut

Nicht jedesTier ist eine zuverlässige Brüterin. Wir hatten eine wildfarbige Ente die war spitze. Sie hat einmal im Jahr gebrütet und sich ganz hervorragend um ihren Nachwuchs gekümmert. Die Mädels die wir jetzt haben sind ein wenig emanzipierter. Sie legen fleißig aber vom Brüten halten sie nichts. So haben wir es mit Kunstbrut versucht.

 

Was man braucht...


Natürlich brauchst du geeignete Bruteier. Diese sammelst du aus dem eigenen Stall oder bekommst sie bei einem Züchter in der Nähe. Einige Möglichkeit ist auch z.B. bei eBay-Kleinanzeigen nach den richtigen Eiern zu suchen. Eier die per Post geliefert werden sollten 24Std ruhen bevor sie in den Brüter gelegt werden.

Frisch gesammelte Eier können bis zu 14 Tagen gelagert werden. Geschützt vor direkter Sonneneinstrahlung bei einer Temperatur von 8 - 15 Grad.

Die Eier sollten nicht mit Wasser gereinigt werden. Grobe Verschmutzungen kannst du mit einem trockenen Tuch vorsichtig entfernen. Sind die Eier stark verschmutzt eignen sie sich nicht als Bruteier.

Du brauchst ein Brutgerät. Da gibt es viele auf dem Markt. Ich habe einen etwas in die Jahre gekommenen Flächenbrüter. Bei diesem Modell müssen die Eier von Hand gewendet werden. Dieses Jahr wird es Zeit für einen Neuen.

Um die Temperatur überwachen zu können solltet ihr euch im Baumarkt ein Thermometer mit Außenfühler kaufen.

Um die Entwicklung im Ei beobachten zu können, braucht ihr eine Schierlampe.

Sind die Küken da ist es wichtig, dass sie schön warmgehalten werden. Das übernimmt bei uns eine Wärmeplatte unter der sich die Kleinen verstecken können. Die Kosten sind mit 40€ nicht wenig, aber auf alle Fälle gut investiert.


Aufgaben während der Brut

Während der Brutdauer (28Tage bei Enten/ 21Tage bei den Zwergseidis) hast du einige Aufgaben die du zuverlässig erledigen solltest.

Drehen

Vielleicht fragst du dich warum man die Eier so oft am Tag wenden sollte. Die Antwort ist einfach: eine Glucke würde das auch tun. Aber was bewirkt das Drehen im Ei?

Bis die Blutgefäße des Embryos soweit entwickelt sind, dass die ihn mit Nahrung versorgen können, hilft jede Drehung dabei dass die Keimscheibe mit Nährstoffen in Berührung kommt.

Das Eigelb mit der Keimscheibe ist viel leichter als das Eiklar und treibt darum immer nach oben. Nur durch die Hagelschnüre wird es in der Mitte gehalten. Doch den Auftrieb ganz verhindern können sie nicht. Wenn das Ei nun nicht oft genug gewendet wird, kann es passieren dass der Embryo an der Schale festheftet und nicht normal weiter wachsen kann.

Während das Küken noch im Ei ist sind seine Eihäute für Atemluftaustausch, Wasserhaushalt und Abfallprodukte des Embryos zuständig. Wendet man die Eier nicht regelmäßig dann kann es dazu führen, dass die Membranen verkleben und nicht richtig weiter wachsen können.

Kontrolle der Luftfeuchtigkeit

Die Luftfeuchtigkeit (LF) während der Bebrütung ist ein wichtiger Faktor für den Erfolg. Ein guter Indikator für die korrekte Luftfeuchtigkeit ist die Größe der Luftkammer. Ebenso die Kontrolle des Gewichts. Grundsätzlich gilt, dass die LF im ersten Stadium der Bebrütung eher niedrig bis mittel sein sollte. Im zweiten Abschnitt ist dann eine mittlere LF wichtig und während des Ausbrechens aus der Schale ist eine hohe LF nötig.

 

Größe der Luftkammer

Zu Beginn der Bebrütung ist die Luftkammer eher klein. Durch die Verdunstung verändert sich aber deren Größe. 

Ist die Luftfeuchtigkeit im Brutgerät zu hoch verdunstet nicht genug Flüssigkeit aus den Eiern. Es bildet sich zu viel Eiklar. Die Luftkammer ist klein, die Küken die schlüpfen sind sehr groß und schlüpfen oft zu früh. 

Ist LF zu gering verdunstet viel Flüssigkeit aus den Eiern. Die Luftkammer ist sehr groß. Die Küken die schlüpfen sind eher klein und schwach.

Kontrolle des Gewichts

Ein Ei sollte während der Brutdauer mindestens ca. 11% seines Eigengewichts vom Beginn verlieren. Am Anfang verlieren die Eier schnell viel Gewicht. Dann bleibt sie auf einem Niveau. Gegen Ende der Brutzeit verliert das Ei dann nochmal stärker an Gewicht. 

Ein Teil des Gewichtsverlustes kommt von der Verdunstung aus den Eiern. Ein anderer Teil ist bedingt durch den Stoffwechsel des sich entwickelnden Kükens.

Schieren

An verschiedenen Tagen kann man bei genauem Hinsehen beim Schieren (Durchleuchten) der Eier erkennen was im Ei gerade los ist. Um abgestorbene oder unbefruchtete Eier möglichst schnell aus dem Brutgerät entfernen zu können sollte man die Eier also regelmäßig kontrollieren.

Wichtig ist, dass man mit den Eiern besonders vorsichtig umgeht. Die Eier sollten nur kurz aus dem Brüter genommen werden, wenn sie z.B. gekühlt werden. Das Schieren an sich sollte auch relativ schnell gehen.

Eier besprühen (bei Entenbrut)

Die Ente verlässt einmal am Tag ihr Nest um zu fressen, um zu trinken und um zu baden. Wenn sie sich dann wieder auf die Eier setzt werden diese durch das feuchte Gefieder befeuchtet. Das besprühen der Eier im Brutgerät ahmt diesen Vorgang quasi nach. Bei der Bebrütung von Enteneiern ist eine hohe Luftfeuchtigkeit wichtig. Auch dazu trägt das Besprühen der Eier bei.