Naturbrut

Laufenten sind schon sehr früh Geschlechtsreif. Meistens beginnen sie schon im Folgejahr ihres eigenen Schlupfes mit der Eiablage und Fortpflanzung. Ab Mitte/Ende Februar beginnen die Enten mit der Eierproduktion. Bis die Ente mit der Brut oder dem Sammeln von Eiern beginnt kann es allerdings noch etwas dauern. 

(Ich stelle fest, dass unsere Enten Ende April/ Anfang Mai regelmäßiger legen und die Eier auch immer an die Gleise Stelle legen.)

Das Nest

Am besten ist natürlich wenn die Ente oder die Henne das Brüten ihrer Eier selbst übernimmt. Im optimalen Fall sucht sie sich einen Ort im Stall an dem sie sich ihr Nest baut. Dazu schiebt sie mit dem Schnabel Stroh zusammen und verdichtet es durch nachzupfen und schieben. Im schlechten Fall bauen die Tiere ihr Nest an einem weniger geschützen Raum oder sogar im Freiland. Dann ist Erfindergeist gefragt. Eine Ente samt Nest umzuziehen habe ich noch nicht gemacht. Im Freiland kann die Brutzeit nicht nur für die Eier sondern auch für die Mutter gefährlich werden da sie nächtlichen Räubern schutzlos ausgeliefert sind.

Wollen mehrere Tiere gleichzeitig brüten wollen solltest du darauf achten, dass jede Platz und Material für ihr eigenes Nest hat. Sonst gibt es schnell ärger unter den Damen.

Oft legen die Enten ihre Eier kreuz und quer im Stall oder sogar im Außengelände ab. Manchmal hilft es ihnen eine Kiste mit viel Stroh, Heu, Sägemehl anzubieten. Bei uns reicht es oft schon eine Ecke des Stalls mit viel Nestbaumaterial zu füllen und die Enten beginnen mit dem Nestbau.

Wenn du ein Nest für die Ente baust dann mache dir schon mal Gedanken um eine gute Position. Es sollte immer frei Zugänglich sein, trotzdem geschützt vor Wettereinflüssen. Nachts sicher verschließbar. Die Ente braucht Ruhe während der Brut und Zugang zu Futter und frischem Wasser.

Ruhe

Werdende Mamas brauchen viel Ruhe. Das ist bei unserem Federvieh nicht anders. Sorge dafür, dass das brütende Tier möglichst wenig gestört wird. Weder von Menschen noch von Artgenossen. 

Los geht´s...

Enten sammeln ihre Eier bis sie der Meinung sind das es genug sind. Wann genau das ist kann man schwer abschätzen. Manche sind mit 10 Eiern zufrieden andere warten bis es annähernd 20 sind. Oft ist es schon vorgekommen, dass Entenhalter ihre Enten plötzlich gesucht haben. Im Stall wird man fündig und sieht die Ente die es sich auf ihrem Nest gemütlich gemacht hat. Wer seine Tiere gut kennt kann, kurz bevor es mit der Brut losgeht, erkennen dass die Ente ruhiger wird.

Sie wuseln nicht mehr so aufgeweckt durch den Garten sondern halten oft ein Nickerchen. Auch sieht man die Enten öfter Abseits der Gruppe. Abends füllen sie ihren Kropf richtig gut und morgens sieht man das sie besonders dicke Haufen "kacken". 

Auch wenn man den Stall oder die Nester beobachtet kann man erkennen wie weit die Ente ist. Fängt die Ente an ernsthaft ihre Eier zu sammeln erkennt man, dass sie auch das Nistmaterial ordentlicher zusammensteckt oder verdichtet. Wenn dann irgendwann noch kleine Federn dazu kommen ist es bald soweit.Sitzt die Ente auf ihrem Nest steht sie nur noch ein bis zwei mal von ihrem Nest auf um Futter zu suchen, zu trinken, zu baden oder um ihr Geschäft zu verrichten. Achte darauf, dass die Ente immer Zugang zu frischem Wasser und Futter hat. Die nächsten ca. 28 -30 Tage werden sehr anstrengend für das Tier. Außerdem sollte eine brütende Ente so viel Ruhe bekommen wie möglich. Sorge dafür, dass alles was sie stören könnte von ihr ferngehalten wird (evtl auch Artgenossen). Die brütende Ente etwas zu beobachten kann nicht schaden. Steht sie auf um Nahrung und Wasser zu sich zu nehmen? Wirkt sie unruhig?

Die Natur macht das schon...

Alles weitere übernimmt die Ente/Henne von selbst. Wenn sie vom Nest aufsteht um Nahrung zu suchen sorgt sie gleichzeitig für die nötige Kühlung der Eier.

Mit ihrem Schnabel verändert sie die Lage der Eier im Nest. Die Inneren schiebt sie von Zeit zu Zeit nach außen und die Äußeren holt sie in die Mitte um den Temperaturunterschied auszugleichen. Dabei wendet sie die Eier.

Auch beim Schlupf der Küken braucht man nicht eingreifen. Verlässt die Mutter mit ihren Küken das erste Mal das Nest, kann man das Nest von den Eierschalen säubern.

 

Lästige Untermieter

Während der Brutzeit kann es vorkommen, dass die Tiere mit lästigen Parasiten zu tun haben. In dieser Zeit behandle ich den Stall öfter mit Kieselgur. Ich bestäube das Legenest und auch das Einstreu, sowie das Sandbad. Das sehr feine Pulver wirkt gegen Milben, rote Vogelmilben, Ameisen, Blattläuse, Flöhe und andere Schädlinge.


Interessantes "rund ums Brutei"