Entenstall

Auch die Laufenten schlafen in dem von meinem Vater selbst gebauten Stall. Die Türe ist sicher verschließbar. Als Einstreu dient Stroh und ein bisschen Sägemehl. Die Enten gehen wirklich nur zum Schlafen hier her und das sogar von selbst.

Die meisten Entenställe die es z.B. online als "Fertigstall" zu kaufen gibt, halte ich für die Laufentenhaltung für ungeeignet. Der Stall sollte so hoch sein dass die Tiere aufrecht darin stehen können. Die Türe sollte sicher verschließbar sein. Wenn es um das Platzangebot des Entenstalls geht so rechnet man mindestens mit einem halben Quadratmeter pro Tier. Mehr wäre noch besser!

Den Stall säubere ich einmal in der Woche. Im Sommer sind die Enten oft so wenig im Stall dass ich ihnen nur alle 1 1/2 Wochen das Einstreu erneuere. Dazu habe ich mir vor einigen Jahren eine "Kack-Schaufel" angeschafft die wohl aus der Pferdehaltung kommt. Diese erleichtert das Saubermachen total. 

Das Stroh kommt auf einen Misthaufen am Ende des Grundstücks. Immer wieder packen wir den Schnitt vom Rasenmähen darüber.


Zaun und Auslauf

Wer Laufenten hält braucht viel Platz und einen Zaun. Wer keinen Fest installieren möchte, der kann auch mit einem portablen Geflügelnetz den gewünschten Erfolg erzielen. Wir haben mitlerweile einige Teile unseres Grundstücks mit einem Staketenzaun eingezäunt. An anderen Stellen beutzen wir ein Geflügelnetz. Manche Stellen des Geflügelnetzes haben wir mit Heringen im Boden verankert. Beim "Gras-durchstöbern" schlüpften die Enten schonmal unter dem Zaun durch. Den Zaun mit Strom zu versehen ist nicht nötig.

Auch wenn Laufenten so gut wie flugunfähig sind empfiehlt sich eine Zaunhöhe von mindestens 1m. 



Enten, Garten und Rasen

Als wir uns vor einigen Jahren für die Haltung von Laufenten entschieden war eine Sorge meines Vaters der ganze Dreck den die Enten hinterlassen. Meine Mutter machte sich Sorgen um die Blumenbeete.

Dreck machen die Enten natürlich. Und davon auch nicht wenig. Allerdings ist der Entenkot weniger aggessiv und auch nicht so besonders ekelig. Ein Regenguss wäscht viel weg. Dem Rasen tut die Düngung unserer Meinung nach sogar gut. Die Enten fressen zwar einiges an Grünzeug, aber kaputt machen sie den Rasen auf keinen Fall. Lediglich um den Teich herum haben sie ein wenig gewütet.

Auch die Blumenbeete haben nichts zu befürchten. Kleine Pflänzchen sollte man allerdings schützen da sie sonst schnell zertrampelt werden.

Weniger unkompliziert verhält es sich mit Salat, Erdbeeren und Johannisbeeren. Die schmecken unserer Truppe frisch "abgezupft" am besten.


Gruppenzusammensetzung

Wer sich für die Laufentenhaltung entscheidet kommt früher oder später an den Punkt an dem er sich fragt wie die Gruppe zusammengestellt werden soll. Diese Frage ist aber für ein gut funktionierendes Miteinander von großer Bedeutung. 

Am Anfang steht die Frage wie viele Enten man halten möchte. Dazu ist die Größe des Gartens Ausschlag gebend. Grundsätzlich gilt, eine reine Erpelhaltung ist möglich jedoch sofort schwierig sobald eine Ente ins Spiel kommt. (Das kann nach eigener Erfahrung auch eine Wildente sein.) Noch schlimmer wird es wenn mehr Erpel als Enten in der Gruppe leben. Es sollte also darauf geachtet werden, dass die Anzahl der Damen immer höher ist als die der Erpel. Ein Erpel kümmert sich gut und gerne um 4 - 5 Damen. Man kann nicht davon ausgehen, dass auch wenn für jeden Erpel genügend Enten vorhanden sind, Kämpfe ausgeschlossen sind. Es kann immer noch sein, dass zwei Männer auf die gleiche Dame stehen. Das gibt Ärger. Allerdings sind Streitereien bedeutend seltener und weniger intensiv wenn das Verhältnis zwischen Enten und Erpel stimmt. Gibt der Garten in dem die Enten gehalten werden nicht genügend Platz für Rückzugsmöglichkeiten, rate ich dazu lediglich eine Gruppe mit einem Erpel zu halten.

Das Halten einer reiner Entengruppe ist möglich allerdings werden die Damen schnell merken, dass der Herr im Haus fehlt und das lautstark äußern. 

Neue Laufenten in der Gruppe

Es gibt verschiedene Gründe warum man neue Tiere in seine Gruppe integrieren möchte. 

Manchmal möchte man vielleicht die bestehende Laufentengruppe einfach erweitern oder einen neuen Farbschlag für die Zucht dazu gewinnen. Es gibt natürlich auch tragische Gründe wie z.B. der Tod eines Tieres. Gerade wenn nur ein Tier übrig bleibt braucht man recht schnell neue Artgenossen. 

 

Wer bereits erwachsene Tiere in seine Gruppe aufnehmen möchte der kann einen Tipp beherzigen um einigen Rangkämpfen aus dem Weg zu gehen. (Wenn es sich um einen "Notfall" handelt kann man darauf nicht umbedingt Rücksicht nehmen)

  • Beachte die Jahreszeiten! Von Januar bis April sind die Revierkämpfe am stärksten ausgeprägt. Die Laufentengruppe ist dank der Paarungszeit ohnehin schon unruhig. Es empfiehlt sich die "Eingewöhnung" auf den Spätsommer / Herbst zu verlegen. Dann sind die Tiere in einer Ruhephase.

Einen weiteren Tipp den man beherzigen sollte ist : Neue Enten erstmal in den Stall zu sperren.

Dort können die Tiere sich erstmal von der "Reise" erholen. Optimal wäre es wenn die Tiere vom Stall aus in einen sicheren Auslauf mit Badegelegenheit können. Dann entscheiden die Enten selbst wann sie den Stall verlassen und einen Blick in den neuen Auslauf wagen. Außerdem hat man es so einfacher die Tiere abends wieder in den Stall zu treiben. Nach ca. 2 - 3 Tagen sollten sich die Tiere gewöhnt und beruhigt haben, sodass ihnen der ganze Auslauf zur Verfügung gestellt werden kann.

 

Bei jungen Tieren braucht man eventuell etwas Geduld. Ich denke man sollte warten bis die Küken mindestens 8Wochen alt sind bevor man sie mit älteren Tieren zusammensetzt. Besonders wenn Erpel in der Gruppe sind kann es schonmal etwas rau zugehen und die Küken sollten dem gewachsen sein. 

So mache ich es...

  • Das Kükengehege stelle ich so, dass die erwachsenen Enten Sichtkontakt haben und sich mit den Küken "unterhalten" können. 
  • Zu Anfang lasse ich die Tiere nur zusammen wenn ich im Garten bin sodass ich sehen kann wie die Tiere aufeinander reagieren. Wenn es zu wild wird gehe ich auch dazwischen. Ein bisschen scheuchen und an den Federn zupfen ist ok.
  • Für die Nacht haben die jungen Enten einen eigenen Stall bis sie den ganzen Tag "in Ruhe" zusammen im Garten verbringen. Dann ziehen sie um. 

Laufenten im Winter

Auch im Winter können die Enten draußen bleiben. Temperaturen bis ca. -10Grad können ihnen nichts anhaben. Allerdings haben wir auch erlebt, dass die Laufis bei all zu eisigen Temperaturen lieber im Stall blieben und sich ins Stroh legten.

Über ihre Beine können sie ihre Körpertemperatur regulieren. 

 

Ein Problem ist für unsere Enten auch immer in der Nacht gefallener Schnee. Sieht der Garten nach öffnen der Stalltüre anders aus ist das scheinbar schockierend für sie :-) Haben sie sich daran gewöhnt machen sie sich wieder auf den Weg zur "Badewanne". 

 

 Auch wenn es draußen friert brauchen die Enten Zugang zum Wasser. Dafür muss man als Halter sorgen auch wenn das bedeutet, dass man mehrmals täglich die Wasserbehälter vom Eis befreit. 



zum Thema: Futter und Wasser


Ein kleiner Tipp...

 

 

Dieses Buch kann ich allen Laufi-Haltern und denen die es werden wollen nur empfehlen. Die Autorin hat echt Ahnung und ein Herz für die Schneckenfresser. So ist das Buch auch geschrieben.